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Was sind die wesentlichen Argumente für eine Weiterführung der B 15neu südlich der A92 – in drei Sätzen?

Allein der Blick auf die Karte zeigt, dass der ostbayerische Raum für seine wirtschaftliche Entwicklung eine leistungsfähige Nord-Süd-Achse braucht, die Regensburg, Landshut und Rosenheim sowie die Autobahnen A 93, A 92, A94 und A8 verbindet. Weil man für die 100 km von Landshut nach Rosenheim auf der B 15 zwei Stunden braucht, weichen viele Kraftfahrer auf die wesentlich längere Strecke über die A99, A9 und A8 aus. Und last but not least müssen die hoch belasteten Ortsdurchfahrten von Landshut, Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang dringend vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

 

 

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Wie hat sich der Verkehr auf der B 15 in den letzten 10 Jahren entwickelt?

Durch die Fertigstellung der B 15neu von Regensburg bis Ergoldsbach hat die Belastung der B 15 südlich Ergoldsbach um 50 % zugenommen, der werktägliche Schwerverkehr ist um 100 % von 1.600 auf 3.200 Lkw/Tag angestiegen. Südlich Landshuts bei Geisenhausen hat die Belastung der B 299 um 33 % zugenommen und der Schwerverkehr ist um 75 % von 1.520 auf 2.660 Lkw/Tag angestiegen.

 

 

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Wie wirkt sich die bevorstehende Fertigstellung der B 15n bis zur A 92 auf den Verkehr in Landshut aus?

Die beiden Ortsdurchfahrten der B 15 und der B 299 in Landshut sind an Werktagen jeweils mit bis zu 30.000 Kfz/Tag belastet. Für eine Stadtdurchfahrt braucht man zu Hauptverkehrszeiten etwa eine halbe Stunde. Aufgrund des generell starken Zuzugs in den Raum Landshut und der Etablierung zahlreicher zentraler Einrichtungen im Stadtosten hat sich die Situation in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert. Mit der Fertigstellung der B 15neu bis zur A 92 wird sie sich noch einmal deutlich verschärfen. Nach den aktuellen Verkehrsprognosen ist dann mit einer Verkehrszunahme um 10 bis 20% zu rechnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass an Straßen, die bereits voll ausgelastet sind, schon kleine zusätzliche Steigerungen der Verkehrsmengen eine überproportionale Zunahme der Staus erzeugen. Als Faustregel gilt: 10% mehr Verkehr erzeugt 100% mehr Stau.

 

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Welche Entlastung bewirkt die B 15neu für Landshut?

Nach dem Gutachten des Verkehrsgutachters Prof. Dr. Harald Kurzak würden die meisten Hauptverkehrsstraßen in Landshut spürbar entlastet. Das Maß der Entlastung ist bei den einzelnen Varianten unterschiedlich.

  Variante 1a 1b 1c
Gesamtentlastung Stadtgebiet 57.900 KFZ-km pro Tag 48.400 KFZ-km pro Tag 45.900 KFZ-km pro Tag
Konrad-Adenauer-Straße - 7.100 FZ/24h -7.800 FZ/24h -8.800 FZ/24h
Veldener Straße -4.300 FZ/24h -2.400 FZ/24h -2.400 FZ/24h
Luitpoldstraße -3.000 FZ/24h -1.900 FZ/24h -1.600 FZ/24h

 

 

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Nach welchen Kriterien wurden die Projekte für den Bundesverkehrswegeplan ausgewählt?

 

Dazu gab es ein ausgeklügeltes Bewertungsverfahren mit vier Hauptkriterien: das Nutzen-Kosten-Verhältnis, die umwelt- und naturschutzfachliche Beurteilung, die Raumwirksamkeit und städtebauliche Effekte. Die Umfahrung Landshut hat in der Gesamtbetrachtung dieser Kriterien vergleichsweise gut abgeschnitten und wurde deshalb in den „Vordringlichen Bedarf“ eingestuft. Dies bedeutet, dass eine Realisierung dieses Abschnittes bis 2030 angestrebt wird.

 

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Wie schaut es mit der Weiterführung bis nach Rosenheim aus?

 

Die Weiterführung der B 15neu südlich der Umgehung Landshut bis nach Rosenheim ist als Platzhalterprojekt ohne Festlegung auf einen Korridor im “Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ im Bedarfsplan enthalten. Mit dieser Einstufung ist das Erfordernis einer leistungsfähigen Verbindung auch südlich der Umgehung Landshut dokumentiert. Die notwendigen Neubau- und Ausbaumaßnahmen zur B15neu im weiteren Verlauf bis zur A8 bei Rosenheim sollen während der Laufzeit des neuen Bundesverkehrswegeplanes geklärt werden. Hierzu kommen zwei Trassenführungen in Betracht:

Variante Ostkorridor: Neubautrasse im Raumordnungskorridor zwischen Landshut und Haag, die grundsätzlich dem Verlauf der bisherigen Raumordnungslinie aus den 1970-er Jahren folgt. Verschiebungen ergeben sich lediglich bei Landshut wegen der erforderlichen Einbindung in die angestrebte Ost-Süd-Umfahrung und im Bereich des Isentals, wo der Eingriff in das dortige FFH-Gebiet durch eine modifizierte Linienführung vollständig vermieden wird.

Variante Westkorridor: Leistungsfähiger Ausbau der bestehenden B 15 mit Ortsumfahrungen von Taufkirchen, Dorfen und St. Wolfgang.

Daher muss die Ost-Süd-Umgehung von Landshut so gestaltet werden dass sowohl eine Fortführung im Bereich des bisherigen Raumordnungskorridors (Osttrasse) als auch im Bereich der B 15 alt (Westtrasse) möglich wäre 

 

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Warum wurde die stadtnahe Osttangente nicht weiter verfolgt?

 

Eine stadtnahe Osttangente von der B 11/B 15 bis zur LA 14 verbessert zwar die Anbindung des Landshuter Ostens erheblich, bringt aber nur ein Drittel der Entlastung, die die stadtferne Ostumgehungen schaffen würden. Die Veldener- und die Wittstraße würden überhaupt nicht entlastet. Sie bringt auch kaum Verbesserungen für den weiträumigen Verkehr. Dieser muss zunächst auf die A 92, dann auf die B 15alt und schließlich auf die Osttangente fahren, um am Ende über die Niedermayerstraße und das Kaserneneck auf die B 299 zu gelangen. Eine Verbindung zur B 15alt südlich von Landshut fehlt. Diese umwegige und wenig attraktive Streckenführung stellt keine Umgehung dar, die als Ersatz für die B 15alt aus Bundesmitteln realisiert werden kann. Die innere Osttangente würde in erster Linie dem lokalen Verkehr nutzen. Sie ist daher nur in kommunaler Baulast und als Ergänzung zur großen Ost-Süd-Umgehung denkbar. Es obliegt den Gremien von Stadt und Landkreis, darüber zu gegebener Zeit zu beraten. 

 

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Was sind die nächsten Schritte zur Realisierung der Umfahrung von Landshut?

 

Im 3. Dialogforum wurde beschlossen, dass die drei stadtfernen Varianten im Stadtosten mit den Nummern 1a, 1b und 1c vertieft untersucht werden sollen. Im 4. Dialogforum wurde entschieden, zu den drei verbliebenen Planfällen 1a, 1b und 1c die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren zu erstellen und zur landesplanerischen Beurteilung bei der Regierung von Niederbayern anzumelden. Erst wenn mindestens einer Variante die Raumverträglichkeit zugesprochen wird, kann das Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt von der A 92 bis zur Kreisstraße LA 14 anlaufen. Es folgen die Ausführungsplanung, Grunderwerb und Ausschreibung. Mit einem Baubeginn ist frühestens 2020 zu rechnen. 

 

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Was ist ein Raumordnungsverfahren?

 

Das Raumordnungsverfahren (ROV) dient dazu, die Raumverträglichkeit eines Großprojektes aus überörtlicher Sicht zu prüfen. Ziel des Verfahrens ist es, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und Lösungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Raumentwicklung aufzuzeigen. Ein ROV ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn ein Vorhaben raumbedeutsam und von überörtlicher Bedeutung ist. Es wird von der zuständigen Bezirksregierung durchgeführt. Die vom Vorhabensträger erstellten Unterlagen werden den Trägern öffentlicher Belange zur Stellungnahme zugeleitet. Ferner werden die Unterlagen in den betroffenen Gemeinden öffentlich ausgelegt. Abschließend erstellt die Regierung eine landesplanerische Beurteilung. Näheres ist im Bayerischen Landesplanungsgesetz geregelt. 

 

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Was kostet die Umfahrung von Landshut? Ist das überhaupt wirtschaftlich?

 

Die Umfahrung von Landshut kostet in der zum BVWP angemeldeten Variante 1a rund 260 Mio. €. Abhängig davon, welche Variante im Rahmen der Beratungen im Dialogforum letztendlich gewählt wird, können sich die Kosten erhöhen.

Die volkswirtschaftliche Bewertung durch das vom Bundesministerium für Verkehr beauftragte Gutachterteam hat ein Nutzen-Kosten- Verhältnis von 4,0 für die Ostumgehung (A 92 bis B299) bzw. > 10 für die Südumgehung (B 299 bis B 15) ergeben. Das bedeutet, dass der von der Umgehung erzeugte volkswirtschaftliche Nutzen vier- bis zehnmal so groß ist wie die Kosten. 

 

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Staatsminister Joachim Herrmann hat angekündigt, Betroffene und Bürger in das Vorgehen zur Weiterführung der B 15neu in einem breit angelegten Bürgerdialog einzubinden. Wie wird das umgesetzt?

 

Der Planungsprozess wurde von Anfang an transparent und beeinflussbar gestaltet. Die Planung der Ost-Süd-Umfahrung von Landshut wird daher von einem breit aufgestellten Dialogforum begleitet. Es besteht aus den zuständigen Mandatsträgern, Vertretern besonders betroffener Interessengruppen und Vertretern aus der Verwaltung. Dieses neue Gremium kann natürlich die gesetzlich festgelegten Zuständigkeiten der Projektverantwortlichen nicht aufheben. Es soll vielmehr Handlungsempfehlungen gegenüber den Projektverantwortlichen aussprechen und dafür Sorge tragen, dass möglichst viele projektrelevante Aspekte frühzeitig in den Entscheidungsprozess einfließen. 

 

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Das dauert alles unglaublich lang. Warum gehen Großprojekte in der Privatwirtschaft viel schneller voran?

 

Da gibt es viele Unterschiede. Da ist zum einen der wesentlich größere Flächenbedarf. Eine Fernstraße schafft aufgrund ihrer linearen Ausdehnung viel mehr Betroffenheiten als ein punktuelles Großprojekt. Im Gegensatz zu einem privaten Investment gehört das Baugrundstück zunächst nicht dem Vorhabensträger, sondern hunderten von privaten Grundeigentümern. Nicht zuletzt unterliegen alle Entscheidungen zum Projektfortgang den Vorgaben des demokratischen Rechtsstaates. Bei einem so raumgreifenden Projekt und bei dieser großen Investitionssumme ist es schon sachgerecht, sich Zeit für die Entscheidungen zu nehmen und alles ausreichend zu diskutieren.

 

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Welche Bedeutung hat die B 15neu für die Wirtschaft in der Region?

 

Entlang der B 15neu gibt es laut IHK-Niederbayern über 5.000 Unternehmen: vom kleinen Handwerker über Mittelständler bis hin zum international vernetzten Konzern. Sie benötigen eine gut ausgebaute, sichere und vor allem funktionierende Verkehrsinfrastruktur. Der Bau der A 92 hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, welche positiven Wirkungen eine überregionale Verbindungsstraße für die Region hat. Betriebe sind gewachsen, neue Unternehmen haben sich angesiedelt – und die Menschen haben mehr und bessere Arbeit gefunden. Entlang der bestehenden B 15neu sieht man bereits die positiven Folgen: Rund um Schierling und Neufahrn haben sich seit Umsetzung der B 15neu viele neue Unternehmen angesiedelt. Diese schaffen neue Jobs und bringen den Gemeinden mehr Gewerbesteuer.